Crème Bavaroise - Obatzt is |
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Die
erste Gerhard Polt & Biermösl Blosn - DVD |

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Unter der Regie von Jörg Hube wurde das
Stück "Crème Bavaroise: Obatzt is" zwischen April 2002 und Juni 2003 im
Münchner Cuvilles Theater in 33 Vorstellungen vor durchweg ausverkauftem Haus vor
insgesamt ca. 20.000 begeisterten Zuschauern aufgeführt. Im Rahmen des Theaterstückes
spielen die Biermösl Blosn 8 Stücke wie u.a. Moschee in Riad die auch auf ihrer
aktuellen CD Unter Bayern (Vertrieb: 2001) zu hören sind. Dadurch haben die Fans auf
dieser DVD gleichzeitig ihre Lieblingsstücke als Videoclip. |
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...von und mit Gerhard Polt und
der Biermösl Blosn, Regie: Jörg Hube |
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| Cuvilliés-Theater
- Für das 1750 bei einem Brand
zerstörte Theater im St. Georgensaal der Neuveste sollte Ersatz geschaffen werden. So
beauftragte Maximilian III. Joseph den Architekten François Cuvilliés mit einem Neubau
an der südöstlichen Ecke des Residenzgeländes. Die Bauzeit betrug nur zwei Jahre, von
1751 bis 1753. Dieses Alte Residenztheater wird als schönstes Rokoko-Theater der Welt
bezeichnet. Gleichzeitig war es zu seiner Zeit auch das modernste: Mit Hilfe von
Flaschenzügen konnte der ansteigende Zuschauerraum abgesenkt werden, so daß man den
Innenraum auch als Ballsall nutzen konnte. 1896 kam eine weitere technische Neuerung
hinzu: die erste Drehbühne Europas. Für die Innenausstattung zeichneten sich die besten
Handwerker Münchens verantwortlich: der Bildhauer Johann Baptist Straub (Verzierungen),
der Schnitzer Joachim Dietrich, der Faßmaler Ambrosius Hörmannstorffer und der Vergolder
Murböckh. 1944 wurde das Alte Residenztheater völlig zerstört. An seiner Stelle erbaute
man ab 1948 das Neue Residenztheater. Vor der Zerstörung hatte man jedoch die kostbare
Inneneinrichtung ausgelagert. Mit deren Hilfe rekonstruierte man das Cuvillieés-Theater,
wie es nach dem Kriege genannt wurde, im Apothekenstock der Residenz. Die Neueröffnung
fand 1958 statt, seitdem ist es zu besichtigen und wird unregelmäßig für
Theateraufführungen genutzt. |
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Der
Deutsche Luxus - Orden
Nach den Statuten sind die
"Brüder vom Deutschen Haus St. Mariens in Jerusalem" ein frommer Ritterorden
mit langer Tradition - gegründet im 12. Jahrhundert und bis heute den Gelübden der
Keuschheit, des Gehorsams und der Armut verpflichtet. Doch zumindest von der Armut haben
einige aus dem Deutschen Orden eigenwillige Vorstellungen. Etwa der Prior des deutschen
Ordenszweiges, Pater Gottfried Keindl, 51. Der fromme Ordensmann hat sich darauf
spezialisiert, naiven Nonnen ihre Heime und Krankenhäuser günstig abzuhandeln und Gewinn
bringend zu vermarkten. Firmenziel: den Trägern karikativer kirchlicher Einrichtungen
vorzuführen, dass man im sozialen Bereich nicht nur um Gotteslohn arbeitet, sondern auch
Profit machen kann - Evangelium hin oder her. "Nur Gottes Wort von der Kanzel
verkünden reicht nicht für den Wettbewerb", so Geschäftsführer Werner Conrads
vollmundiges Credo. Die Methode war bei den katholischen Spitälern und Heimen meist die
gleiche: die Herren versprachen den von Nachwuchssorgen und Überalterung geplagten
Ordensschwestern, die Existenz ihrer Häuser zu sichern und sie im christlichen Geiste
fortzuführen. Sobald sie das Objekt ihrer Begierde besaßen, gingen sie dazu über, statt
karikativer kapitalistische Methoden einzuführen. Die Steyler Missionsschwester Christa
hat den Tag vor sechs Jahren noch in schlechter Erinnerung, an dem die Ordensritter mit
schwarzen Limousinen und Chauffeuren an ihrem Marienkrankenhaus vorfuhren. "Erst
gingen sie mit uns in der Krankenhauskapelle beten. Der Prior hielt eine salbungsvolle
Predigt. Im Geschäftszimmer nebenan ging es dann knallhart zur Sache."

Dem Prior und seinem Conrad kam bei
ihren Geschäften der glückliche Umstand zugute, dass der Deutsche Orden zur
Unterstützung seiner Arbeit einen ausgedehnten Freundeskreis gläubiger Katholiken
unterhält, die sogenannten Familiaren. Rund 600 Familiare sind im "Deutschherrenbund
e.V." organisiert und dürfen als Zeichen ihrer Zugehörigkeit zum exclusiven Club
bei feierlichen Anlässen den schwarzen Samtmantel mit weißem Kreuz tragen. Zu den
Auserwählten zählen Banker, Professoren und einflussreiche Politiker - wie der
bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber. Der CSU-Obere ist der Brüderschaft so sehr
verbunden, dass der Freistaat dem Deutschen Orden 1998 in den Rang einer
"Körperschaft des öffentlichen Rechts" erhob. Das brachte dem Orden und seinen
Werken preiswerte Vorteile in Millionenhöhe. Hausanwalt Fritz Graf jubelte: "Es
besteht ... keine staatliche Aufsicht."
(Der Spiegel 25 / 2000) |
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Der Landesvater in
Weyarn, viele glaubten es erst, als er aus seiner Dienstlimousine stieg, ganz privat mit
Ehefrau Karin an der Seite. Der Ministerpräsident folgte der Einladung in das Klosterdorf
zum Gottesdienst in die Pfarrkirche, und er stattete der Zentrale der Ordenswerke einen
Besuch ab. Während seines dreieinhalbstündigen Aufenthaltes eroberte Edmund Stoiber die
Herzen der MitarbeiterInnen und Gäste. Seine Frau Karin hatte Kartons mit Bildpostkarten
im Gepäck, die er unermüdlich mit persönlichen Widmungen und seiner Unterschrift
versah. Angenehm überrascht zeigte sich das Präsidentenpaar, als es hörte, dass keine
fremden Kräfte für die Bewirtung der rund 120 Gäste angeheuert waren. Im
Eingangsbereich empfingen und bewirteten DO MitarbeiterInnen die Gäste. Für einen Tag
hatten sie Computer und Stift beiseite gelegt und balancierten Tabletts mit Sektkelchen -
selbstverständlich mit einem strahlenden Lächeln. Edmund Stoiber betonte mehrfach, wie
sehr er die familiäre Atmosphäre und Stunden fern der Politik im Kreise von guten
Bekannten genossen habe.
(DO Aktuell 2 / 3 / 1999) |
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Im Statut für die
"Familiaren" des Deutschen Ordens wird nicht nur festgehalten, ihr Wandel solle
"hinfort geziemend ehrbar" sein, die Aufgenommenen
sollen auch "öffentliche Sünden vermeiden und unerlaubte
Geschäfte nicht ausüben". Zudem sollen sie "Kleider
geistlicher Farbe tragen". In "ihrer Person und in
ihrem Besitz" stehen Familiare "unter der Leitung
der Brüder" und haben die Pflicht, "dem Orden und
seinen Unternehmungen Hilfe zu leisten". Auch für den Erbfall ist vorgesorgt.
"Wenn sie verheiratet sind, soll nach dem Tod des einen
Ehegatten die Hälfte der Güter dem Orden zufallen, die andere Hälfte dem überlebenden
Teil zum Lebensunterhalt verbleiben. Nach dem Tode des zweiten Ehegattens soll dem Orden
alles zufallen". Als Lohn für solch gute Taten werden vom Orden "nach dem Tode fromme Fürbitten" versprochen.
(Augsburger Allgemeine, 23.2.02) |
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Ausschnitt im Real
- Audio - Format: |
(Ein bisserl Geduld beim
Laden bitte - kommt Zeit, kommt Anno Domini ;-) |
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anno domini millenium post
christum natum |
ordo teutonicum vulgo deutscher
orden ziahgt nach weyern um |

in nomine bavariae status
privilegium donat familiare edmund |
prosit jubilate oblate damit
stess ma uns gsund |

gaudeamus igitur fratres
mammonis zasterciensis |
halleluja cassa finanza bavaria
ozapft is |

ordo teutonicum in bavaria vivat
evangelium |
pecunia non olet d' moral is
ruachan raffen protzn scheiß drauf seis drum |

motto de ordo teutonicum nin est
ora et labora |
sed luxus profit maximus
hocuspocus speculatius sodom und gommorha |

raxdax pax beim hax speculiern
mitm dax kaafa luxusmercedes |
et sacco di versace ordo
teutonicum non vadet per pedes |


insolventia per incompetentia
canale obscure futschicato millionen credit |
diridari larifari exitus
finanzexperti dilletanti total im debit |

sacclzement zefix halleluja
fluacht da familiare edmund creizsaccradi |
hurament da huat brennt 200
millionen beim teifi bluatsaure mari |


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Im Landtag beschäftigt sich ein
Untersuchungsausschuss mit der Frage, wie es möglich war, dass größenwahnsinnige
Manager des DO einen Schuldenberg von 180 Millionen Euro anhäufen konnten.
CSU-Fraktionschef Alois Glück hat den Ausschuss schon vorab für völlig überflüssig
erklärt. Die Opposition jedoch will vor allem die Rolle von Ministerpräsident Edmund
Stoiber bei der Misere ausleuchten. Das zentrale Beweisstück dabei ist ein Brief vom 19.
Januar 1998. Darin setzte sich Stoiber bei Kultusminister Hans Zehetmair vehement für die
Anerkennung des Deutschen Ordens als Körperschaft des öffentlichen Rechts ein. Ein
verheerender Fehler: Das DO-Führungsduo mit Prior Keindl und Geschäftsführer Conrad
bekam damit einen Freibrief zum unkontrollierten Schuldenmachen. Ende 2000 waren die
DO-Werke zahlungsunfähig.
Dynamisch, erfolgreich,
gewinnorientiert - die Blender vom DO fügten sich exakt in Stoibers Weltbild. Das bekamen
andere Wohlfahrtsverbände zu spüren: "Uns wurde von der Verwaltung immer wieder
empfohlen, dass wir es auch so machen sollten", sagt ein Manager der
Arbeiterwohlfahrt in Bayern. "Man hat sich nur gewundert, wie die das machen."
Es ging ganz einfach. Keindl und Conrad liehen sich Geld bei den Banken. Denn eine
Körperschaft des öffentlichen Rechts kann laut Gesetz nicht in Konkurs gehen und
genießt Vorteile auf dem Kapitalmarkt.
(SZ, 24.5.02)
Die Geschäftsführung hat mit dem
Geld nur so um sich geworfen: Jets, Luxuslimousinen und hirnrissige Investitionen. So
wurden zehn Millionen Mark in missglückte Internet-Produkte versenkt. Beim Ankauf der
Trinaturale-Klinik muss jedoch mehr dahinter stecken. So blind kann man Millionen nicht
verpulvern. In Ungarn wurde an einem Wellness-Zentrum für eineinhalb Millionen Mark
gebaut. Das war ein Steckenpferd von Prior Keindl. Der hat dort familiäre Wurzeln. Da ist
es so einsam, da bringen sie nicht einmal Patienten hin, wenn sie mit schönen Frauen
locken. Der Orden hat auch ein hoch defizitäres Hotel in Jericho bei Jerusalem. Dort
wollte ein Freund des Priors eine Art Goethe-Institut aufziehen. Ich hoffe, das Hotel
steht bei der Krisenlage in Nahost überhaupt noch.
(Focus, 5.2.2001)
Die häufigsten Antworten von Edmund
Rüdiger Rudi Stoiber vorm Untersuchungsausschuss zur Klärung zahlreicher Skandale
und Amigo-Affären: "Das weiß ich nicht", "Davon habe ich keine
Kenntnis".
(SZ, 5.6.2002)
Grüne warnen vor LfA-Kredit für den
Deutschen Orden
Keine öffentlichen Gelder ohne klare
Sanierungsperspektive
München (01.07.02/sip) Die Landtagsgrünen fordern von der
Staatsregierung dringend Aufklärung über einen neuen Kredit der staatlichen
Landesanstalt für Aufbaufinanzierung (LfA) für den Deutschen Orden: Der Freistaat
darf nicht erneut öffentliche Gelder in den maroden Sozialkonzern pumpen ohne damit eine
klare Sanierungsperspektive zu verbinden, warnte Adi Sprinkart, Mitglied der Grünen
im Untersuchungsausschuss Deutscher Orden. Die haushaltspolitische Sprecherin der Grünen,
Emma Kellner, forderte einen Bericht im Haushaltsausschuss: Insbesondere
interessiert uns, ob die LfA den Kredit von sich aus eingeräumt hat oder ob erneut der
Finanzminister persönlich die Finanzhilfe angeordnet hat. Schon der erste Kredit an
den Deutschen Orden vom Dezember 2000 war vom Finanzministerium als so genanntes
besonderes Finanzgeschäft der LfA zugewiesen worden. Wir müssen davon
ausgehen, dass wir es hier erneut mit einer von oben verordneten Finanzspritze zu tun
haben. Adi Sprinkart äußerte den Verdacht, die Staatskanzlei wolle mit dem
Millionenkredit für den Deutschen Orden Luft gewinnen für die heiße Wahlkampfphase: Der
Ministerpräsident hatte sich als so genannter Familiare persönlich dafür
eingesetzt, dass dem Deutschen Orden der privilegierte Status einer Körperschaft des
öffentlichen Rechts zuerkannt und damit dem Konzern der Weg in die Überschuldung geebnet
wurde. Ein weiterer Pleite-Klotz am Bein ist Gift für die Kampagne von
Kanzlerkandidat Edmund Stoiber - also versucht man lieber, das Thema bis zum Wahlsonntag
unter der Decke zu halten. Adi Sprinkart: Es ist schon bezeichnend: Noch
während ein Untersuchungsausschuss überprüft, welche Verquickungen zwischen Regierung
und Deutschem Orden in die Misere geführt haben, schafft die Staatsregierung schon wieder
Fakten zugunsten des Ordens. |
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Gelöscht, nicht rekonstruiert,
verloren
Korruptionsprozess gegen Max Strauß:
Wie die bayerische Justiz mit dem Hauptbeweisstück, der Festplatte, umging
MÜNCHEN taz Seit über sechs Jahren
hat die Augsburger Staatsanwaltschaft Max Strauß im Visier. Der älteste Sohn des
einstigen bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß soll beim Verkauf von
Airbus -Flugzeugen mindestens 5 Millionen Mark Provisionen vom Lobbyisten Karlheinz
Schreiber kassiert und am Finanzamt vorbeigeschleust haben. Doch ob er wegen Steuerbetrugs
angeklagt wird, ist immer noch nicht entschieden.
Das Problem der Staatsanwaltschaft: Die Ermittler verloren auf mysteriöse Weise das
wichtigste Beweisstück, die Computerfestplatte von Max Strauß. Die Daten seien
unwiederbringlich weg, erklärte gestern Computerexperte Ralph Hensel vor dem
Schreiber-Untersuchungsausschuss im bayerischen Landtag.
Hensel sollte die Daten der Festplatte 1996 in seiner Firma "Convar" in
Pirmasens in Rheinland-Pfalz wieder lesbar machen. Denn der offensichtlich vorgewarnte Max
Strauß, damals Chef eines Münchner CSU-Ortsvereins, hatte die Festplatte bereits mit
einem Datenlöschprogramm mehrfach überschrieben, als die Ermittler bei ihm auftauchten.
Zur Rekonstruktion der brisanten Daten kam es aber nicht. Hensel bekam dazu keinen
Auftrag, weil er selbst erklärt hatte, es würde nicht viel bringen. Er räumte aber vor
dem Ausschuss ein, dass etwa zehn Prozent der ursprünglichen Dateien hätten
wiederhergestellt werden können. Vermutlich wären noch Adressen, Telefonnummern und
einiges mehr zu retten gewesen.
"Die Staatsanwaltschaft hat an der falschen Stelle gespart", meinte die grüne
Abgeordnete Susanna Tausendfreund. Höchstens 10.000 Mark hätte die Rekonstruktion
gekostet. Im Sommer 1996 schließlich verlor ein Subunternehmer eines Gutachters die
Festplatte in Germering. Erst im Jahr 2000 bemerkte die Staatsanwaltschaft den Verlust.
Zum Skandal wurde der Fall Max Strauß aber auch, weil das bayerische Landeskriminalamt
sich weigerte, die zerstörte Festplatte wiederherzustellen. Die Bitte der
Staatsanwaltschaft wurde einfach ignoriert. Vor dem Schreiber-Ausschuss leugneten die
LKA-Spitzenbeamten auch noch, gewusst zu haben, dass es sich um die Festplatte von Max
Strauss handelte. Ihre Aussage mussten sie bei einer erneuten Vernehmung widerrufen.
Max Strauß wird in drei Wochen vor den Ausschuss verhört. Auch seine Schwester, die
Kultusministerin Monika Hohlmeier, ist in den Fall involviert. Ob sie von den Provisionen
profitierte, muss sie im März erklären. Dann sind auch die verantwortlichen zwei
früheren und der jetzige Justizminister dran. Nur Ministerpräsident Edmund Stoiber ist
bis jetzt noch nicht vorgeladen. Das behält sich die Opposition aber noch vor. Auf der
Zeugenliste steht auch Helga Stein, die ältere Schwester von Stoiber. Stein arbeitete in
der MBB-Abteilung für Spenden. Nach dem Verkauf von zwölf Hubschraubern an die
kanadische Küstenwache sollen Provisionen über Schreiber und deutsche Unternehmen an die
CSU geflossen sein. Mit dem Geld soll sich der konservative kanadische Exregierungschef
Brian Mulroney für die CSU-Hilfe im Wahlkampf bedankt haben.
(taz Nr. 6663 vom 30.1.2002, Seite 8, 103
Zeilen (TAZ-Bericht), OLIVER HINZ)
Bei seiner zweiten Vernehmung im
Schreiber-Untersuchungsausschuss hat der frühere Augsburger Staatsanwalt Winfried Maier
weitere massive Ermittlungen gegen Waffenhändler Karlheinz Schreiber beklagt.
Mitbeschuldigte in dem Verfahren sind Max Strauß, Ex-Staatssekretär Holger Pfahls, die
Thyssen-Manager Jürgen Maßmann und Winfried Haastert sowie Ex-CDU-Schatzmeister Walther
Leisler Kiep. Maier schilderte, wie er im April 1999 von Generalstaatsanwalt Hermann
Froschauer gehindert wurde, die von einem Richter bereits erlassenen Haftbefehle gegen
Pfahls, Haasters und Maßnamm zu vollziehen.
Froschauer habe darauf bestanden, die
von einem Richter am 22. April 1999 genehmigte Anträge der Staatsanwaltschaft auf
Haftbefehle bis zum 28. April juristisch zu überprüfen. Zuvor hatte Maiers
Behördenleiter Jörg Hillinger die ausdrückliche Weisung erteilt, die Haftbefehle nicht
vorab nach München zu schicken. Von ihm wusste Maier, dass er dem Amtschef im
Justizministerium, Wolfgang Held, nicht über den Weg traute. Held war wie Pfahls früher
im Büro von Franz Josef Strauß beschäftigt. An Frohschauer waren die Haftbefehle am 26.
April auf dem Berichtsweg gegangen - er hatte aber vorher Wind davon bekommen. Maier hatte
inzwischen mit den verschiedenen Polizeidienststellen die Verhaftung vorbereitet. Dann kam
von Froschauer das Stoppsignal. Daraufhin verlangte Maier in Absprache mit Hillinger, der
Froschauers Eingriff vergeblich abzuwenden versuchte, vom Generalstaatsanwalt eine
schriftliche Weisung. "Ich habe mir das nicht einfach gemacht", sagte Maier den
Abgeordneten, "denn wer das macht, fällt beim General in Ungnade."
Auf die Frage, ob Froschauers
Bremsmanöver rechtmäßig war, erklärte Maier im Ausschuss: "Ich sage Ihnen meine
Wertung: eindeutig nein." Am 28. April hatte Froschauer schließlich herausgefunden,
dass nichts an den Haftbefehlen auszusetzen war. Tragischer Höhepunkt dieses Tages:
Leitender Oberstaatsanwalt Hillinger, Maiers Stütze, verunglückte auf einer Dienstfahrt
mit dem Auto tödlich. Am 30. April begann die "Aktion Haftbefehl" von Neuem.
Maßmann und Haastert wurden Anfang Mai festgenommen. Pfahls gelang am 7. Mai die Flucht
und ist bis heute verschwunden. Gefragt, ob der Vollzug durch Froschauers Eingreifen
verzögert wurde, sagte Maier: "Im naturwissenschaftlichem Sinne ja."
(SZ, 24.11.2000)
Am Dienstag ging beim
Untersuchungsausschuss des Deutschen Bundestages ein brisantes Fax ein. Der Absender: der
bayerische Justizminister Manfred Weiß. In einigen dürren Sätzen teilte der CSU-Mann
dem Untersuchungsorgan mit, dass sich ein wichtiges Beweismittel gewissermaßen in Luft
aufgelöst hatte. Die beschlagnahmte Festplatte des Computers von Max Strauß sei
verschwunden - obwohl diese gerade bei einem Sachverständigen war, der gelöschte Daten
rekonstruieren sollte. "Intensive Suchmaßnahmen haben bislang nicht zum Erfolg
geführt", teilte Weiß zu seinem Bedauern mit.
(Rhein-Zeitung, 12.4.2000)
Der Staatsanwaltschaft Augsburg ist im
Ermittlungsverfahren gegen Max Strauß wegen Geldwäsche und Steuerhinterziehung nicht nur
die Festplatte aus dessen Laptop abhanden gekommen. Auch das Sicherungsband vom
Strauß-Computer ist spurlos verschwunden.
(Der Spiegel 21 / 2001)
Erst verschwanden, genau in der Nacht
vor der Hausdurchsuchung im Jahre 1996, die Daten auf der Festplatte, dann verschwand die
Festplatte selbst, und jetzt wurde die Suche nach der Kopie der Festplatte eingestellt.
(Oberbayerisches Volksblatt, 30.5.2000) |
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