Do samma!
Die Gebrüder Hans, Michael und Christoph Well... 

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Was bedeutet eigentlich der Name

"Biermösl Blosn"?

"Biermösl" ist abgeleitet von Biermoos (Beerenmoor), das Biermoos gehört zum Haspelmoor zwischen München und Augsburg, das man vor Jahren in Großflughafen und Mülldeponie umwandeln wollte. "Blosn" (Blase) ist ein bayerischer Begriff für Clique, Gruppe.

... stammen aus Günzlhofen, einem Dorf zwischen München und Augsburg - nicht weit vom Biermoos entfernt, nach dem sie sich nannten. Sie sind drei von 15 Geschwistern, die alle mit der Volksmusik groß wurden. Schon im Schulalter standen sie zusammen mit der Familie bei Vereinsfeiern und Volksmusikabenden auf den Bühnen der umliegenden Dorfgasthäuser.

Nicht nur an den großen Bühnen des Landes waren und sind die Well - Brüder zu hören; sie spielen auch bei Feuerwehrjubiläen, Landjugendfesten, auf Kleinkunstbühnen und Veranstaltungen von Bürgerinitiativen. Auslandstourneen führten sie unter anderem nach Frankreich, Skandinavien, Spanien, Island, Südkorea, Österreich, in die Schweiz, nach Irland, England, an die Elfenbeinküste, nach Japan und Kalifornien.

Bild links: am Rand des Biermooses um 1925.

Zum Erhalt dieses Moores gibt es einen Verein "Lebensraum Haspelmoor e.V.". Dieser hat auch eine eigene Homepage

www.haspelmoor.de

Hans, Hansi
wurde als 9. Well am 1. Mai 1953 in Willprechttszell geboren. Nach dem erfolgreichen Besuch mehrerer Gymnasien und dem Abschluß mit der Traumnote 3,5 studierte er sofort Pädagogik bei dem bekannten Mundartprofessor Helmut Zöpfl. Mit höchster Not entrann er dem Lehrerdasein und konnte schließlich in der Biermösl Blosn sogar erfolgreich resozialilisiert werden. Er spielt Gitarre, Steirisches Akkordeon, Saxophon, Trompete (bei Sprengungen), Bratsche, Sopran-Jagdhorn und Tenor-Alphorn.

Michael, Michal
wurde als 13. Well am 10. Oktober 1958 in Günzlhofen geboren. Nach dem erfolglosen Besuch des Viscardi-Gymnasiums FFB besuchte er unter dem Vorwand, Erzieher werden zu wollen, eine reine Mädchenschule. Danach studierte er Sozialkunde, wurde aber durch die Kunst gezwungen abzubrechen und so gehindert, daran zu scheitern. Er spielt Bariton, Tuba, Flöte, Banjo, Drehleier, Cello, Tenor-Jagdhorn und Bariton-Alphorn.

Ein Blick in das Haus von Michael Well

Christoph, Stopherl
wurde als 14. Well am 3. Dezember 1959 in Günzlhofen geboren. Nach dem erfolglosen Besuch des Viscardi-Gymnasiums FFB blieb nur noch die Möglichkeit, entweder Flaschelwischer bei der Brauerei Maisach oder Musiker zu werden. Nach dem Studium von Trompete und Harfe wurde er überraschend Orchestermitglied. Nach einem 3-jährigen Zwischenspiel bei den Münchner Philharmonikern als Solotrompeter wurde er von seinen Brüdern barmherzig im Ensemble wieder aufgenommen. Er spielt Harfe, Geige, Flöte, Maultrommel, Gitarre, Hackbrett, Zither, Dudelsack, Ballastsaite, Tuba, Bariton-Jagdhorn und Sopran-Alphorn.
Biographisches

1976

Gründung der Biermösl Blosn aus der 17-köpfigen Volksmusikanten- und Lehrersfamilie Well in Günzlhofen, unweit des Biermooses.

1979

Schwere Beleidigung der bayerischen Staatsregierung unter F. J. Strauß durch versehentliches Senden der Bay-Wa-Hymne im Bayerischen Fernsehen; für längere Zeit der letzte Auftritt in diesem öffentlich-rechtlichen Privatsender. Bekanntschaft mit einem bayerischen Humoristen namens Gerhard Polt und sofortige Verbrüderung.

1980

Durchbruch bei der internationalen Funkausstellung Berlin im internationalen Farbfernsehen. Leider nur schwarz-weiß fotographiert vom Kraus Sepp. Erste Platte: "Ex Voto".

1981

Uraufführung des Nürnbergliedes im Hofbräuhaus vor versammelten Ministerien und Landtag (700 staatstragende Trachtenanzüge); für längere Zeit der letzte Auftritt vor diesem Publikum.

1982

Zweite Platte: "Grüß Gott, mein Bayerland".

1984

"München leuchtet" an den Münchner Kammerspielen mit Gerhard Polt, Gisela Schneeberger, Otto Grünmandl, Dieter Hildebrandt und Hanns Christian Müller (Regie).

1985

"Die Exoten" am Münchner Residenztheater mit Gisela Schneeberger, Gerhard Polt, Karl Obermeier, Ruth Drexl und Hanns Christian Müller (Regie). Dritte Platte: "Tschüß Bayernland". Skandinavien- Tournee des Goethe-Instituts: Wer will unter die Soldaten - "Büblein, wirst du ein Rekrut, merk dir dieses Liedlein gut. Büblein, schwörst du einen Eid, schlüpfst du in ein Mörderkleid." Dazu Helmut Kohl in einem Brief an den Außenminister Hans-Dieter Genscher: "Ich weiß nicht, über was ich mich mehr wundern soll, über die Frechheit oder Dummheit der Veranstaltung." Zum Ergebnis der dann entstandenen Staatsaffäre Hans Well: "Für neun Jahre war das unser letzter Auftritt fürs Goethe-Institut."

1986

Auftritt beim Anti-WAA-Festival in Burglengenfeld, Fußballspiel und Sitzweil mit den "Toten Hosen."

Anti-WAA-Festival in Burglengenfeld

1987

Eichhofen, Auftritt zum 100 - jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr im 3000-Mann-Zelt; verspäteter Beginn wegen Überlaufens des Soachwagens. Vierte Platte: "Freibank Bayern" (Live mit Gerhard Polt).

1988

"Diri-Dari" an den Münchner Kammerspielen mit dem Clown Pic, Dieter Hildebrandt, Otto Grünmandl, Gerhard Polt und Hanns Christian Müller (Regie).

1991

"Vor Ort am..." an den Münchner Kammerspielen mit Gerhard Polt und  Hanns Christian Müller (Regie). Fünfte Platte: "Jodelhorrormonstershow".

1992

Herausgabe der ersten Well-Buam-Platte "Boarischer Tanzboden". Auslandstournee nach Island.

1993

"Tschurangrati" an den Münchner Kammerspielen mit Otto Grünmandl, Gerhard Polt, Gisela Schneeberger und Hanns Christian Müller (Regie). Well-Buam-Platte "Sautanz".

1994

Sechste Platte: "Wo samma". Herausgabe des ersten Liederbuches. Erste Kinderlieder-Cd "Sepp Depp Hennadreck".

1995

Gründungsfeier des "VWV" (Verein der vereinigten Well-Verehrerinnen) mit Fahnenweihe und Fahnenmutter Eva Ziegler im Bierzelt zu Gundelsdorf.

1996

"Bayern Open" an den Münchner Kammerspielen mit Gerhard Polt (Premiere am 22. März). Zum 100. Jubiläum erscheint das von Christoph zusammengestellte Buch "Klampfn Toni" samt Cd.

1998

Siebte Platte: "Wellcome to Bavaria". Das bayrische Krippenspiel von Hermann Well "Grüaß di Gott, Christkindl" erscheint. "Second Help Show - Duell der Volksmusik" mit den Toten Hosen, inszeniert von Hanns Christian Müller am Münchner Volkstheater.
Hanns Christian Müller

2000

Lesung des Romans "Erfolg" von Lion Feuchtwanger mit Jörg Hube, Premiere im Mai an den Münchner Kammerspielen. Herausgabe der zweiten Kinderlieder-Cd "Zing Zang Zing". 17.10.: Wilhelm-Hoegner-Preis der bayerischen SPD

2001

Lesung des Romans "Erfolg" von Lion Feuchtwanger mit Jörg Hube, Premiere im Mai an den Münchner Kammerspielen. Herausgabe der zweiten Kinderlieder-Cd "Zing Zang Zing". 17.10.: Wilhelm-Hoegner-Preis der bayerischen SPD ."Abvent, Abvent" - ein vorweihnachtlicher Abend mit der Biermösl Blosn, Gerhard Polt und den Toten Hosen, inszeniert von Hanns Christian Müller.

2002

Am Sonntag, 5. Mai 2002, im Münchner Cuvilliés-Theater Premiere des Bühnenprogramms "Créme Bavaroise. Obatzt is". Herausgabe der Cds "Räuber und Gendarm" und "Der unbekannte Valentin".

2003

Achte Platte: "Unterbayern". Lesungen zusammen mit Gerhard Polt und Jörg Hube "3 Liter und andere Geschichten von Oskar Maria Graf". Preis "Die Goldene Bieridee 2003". Das Bühnenstück "Crème Bavaroise: Obatzt is" erscheint auf DVD.

2004

Herausgabe des Bühnenstücks "Tschurangrati" auf DVD. Mehrere Gastauftritte in der Operette "Die Fledermaus" von Johann Strauß an der Bayerischen Staatsoper.

2005

April: Gastspiel in Tokyo im Rahmen des Deutsch-Japanischen Jahres. Im Oktober eine Oskar Maria Graf - Lesung in Los Angeles. Im Dezember "Abvent" mit Gerhard Polt und den Toten Hosen in Freiburg, Bonn, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Berlin und Dresden.

2008

Verleihung "Göttinger Elch" www.goettinger-elch.de - Der GÖTTINGER ELCH wird seit 1997 jährlich in Anerkennung eines Lebenswerks und/oder einer Multibegabung satirischer Provenienz vergeben. Der ELCH ist dotiert mit : einer prachtvollen Urkunde - einer massivsilbernen ELCH-Brosche - 99 Dosen "Original Göttinger ELCH-Rahm-Süppchen" - 3.333.33 € in bar - sowie der Ausrichtung einer Preisträger-Veranstaltung (Ausstellung, Lesung und ähnliches).
Der ELCH wird von einer unabhängigen Jury in Kooperation mit der Stadt Göttingen (Fachdienst Kultur) an Großmeister des Humors/der Satire verliehen.

Preise
2007 Großer Karl Valentin Preis (zusammen mit Gerhard Polt)
Deutsche RUTH 2005 für Biermösl Blosn
Zitat aus http://www.folkpreis.de:

"Biermösl Blosn erhalten 2005 den Folkpreis "Ruth - deutsche Roots" für ihre ausdauernde Abwehr domestizierter deutscher (speziell: süddeutscher) Volksmusik. Seit 1976 widerlegen sie beharrlich die These vom Stumpfsinn deutschen Seelen und ermutigen nicht nur die alternative Blechbläserszene, dem Überdruß an heimatlicher Gemütlichkeitssehnsucht nie nachzugeben. Ihr Konglomerat aus Musik und Sprache, Urgewalten und Ironie, Kabarett und Tuba sucht seinesgleichen im Kulturbetrieb. Unbeirrt von Quotenfetischisten und ihren Heimatsound - Surrogaten besingen sie in treu - bajuwarischem Anarchismus den ewigen Niedergang des Abendlandes. Ihre regionalen Wurzeln schützen sie vor der Beliebigkeit, ihre plebejisch - volksmusikantischen Quellen vor dem Ornamentalen und ihr Witz, der auch seine musikalischen Freiheiten erfährt, vor den unabänderlichen Tatsachen auf Erden.

Biermösl Blosn gehören in die Rubrik WELTMUSIK, denn sie leben auf dieser Welt, stellen sich ihr und können die erschwerten Bedingungen, in Bayern zu leben, geschickt als Standortvorteil nutzen. Ihre Weltsicht hat sicher dazu beigetragen, daß die Dummheit im Vaterland nicht ganz so schnell vorankam, wie es sich einige wünschen.
Biermösl Blosn gehorchen keiner Mode. Sie gehorchen nur sich selbst. Sie sind eine Instanz und können so getrost auf Casting-Shows, Fernseh-Volksmusik und Promotions-Kampagnen in Dschungelcamps verzichten.

Die Jury fand sie einstimmig preiswürdig und überreicht mit großer Genugtuung diesen Preis den wackeren Mannen mit den besten Wünschen für alle kommenden Unternehmungen."

Ernst-Hoferichter-Preis

Preis des belgischen Rundfunks

Ludwig-Thoma-Medaille

Prix Pantheon: "Reif und bekloppt"

Grüner Zweig (Bund Naturschutz)

Prix Pantheon: "Reif und bekloppt"

Grüner Wanninger(Bündnis 90,Grüne)

1. Bayerischer Bierpreis "Der goldene Spaten"

Isenthal-Preis (Autobahngegner)

Kommentar dazu von Hans Well

 

Ein Portrait von Rupp Doinet

"Nie mehr ein Lehrerskind"
Wo

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samma?

Die Familie Well im Jahre 1964.

Von links: Moni (Wellküren), Christoph (Biermösl Blosn), Karli, Michael (Biermösl Blosn), Bärbl, Ursula, Hans (Biermösl Blosn), Burgi (Wellküren), Helmut, Vroni (Wellküren), Werner, Christa, Traudi, Berti, Hermi, Vater Hermann und (sitzend) Mutter Gertraud Well.

Auch die drei Schwestern Moni, Vroni und Burgi der Well - Brüder haben sich dem Musikkabarett verschrieben. Sie nennen sich

DIE WELLKÜREN

Vroni verabschiedete sich nach 18 Wellküren Jahren von der Bühne. Ihren Platz übernahm Schwester Bärbl.

Die Wellküren

Link zu ihrer Homepage mit Tourdaten, Biographie, MP3s aus ihren Cd's (Bestellmöglichkeit) und vielem mehr.

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Traudl Well

Die Mutter der Volksmusik

Ohne Traudl Well gäbe es weder die Wellküren noch die Biermösl Blosn.

Von Franz Kotteder - Süddeutsche Zeitung 19.01.2004

Ja mei, die Preisverleihung... Hingehen muss ich schon, sonst wären s mir beleidigt, sagt Traudl Well und lacht. Außerdem sind ja die meisten Geschwister auch da, und so wird sie, die Mutter, heute Abend wohl mit hineinfahren nach München, zum Literaturhaus, und den Lobreden von Oberbürgermeister Christian Ude und Georg Ringsgwandl auf ihre drei Töchter Moni, Vroni und Burgl lauschen.

Dort bekommen sie den Ernst-Hoferichter-Preis überreicht, weil sie seit 1986 bayerisches Musikkabarett unter dem Namen Die Wellküren machen –sehr erfolgreich, wenngleich nicht ganz so erfolgreich wie ihre drei Brüder Hans, Michael und Stofferl, weithin bekannt als Biermösl Blosn.

Da könnte man sich schon vorstellen, dass man auf eine 84-Jährige trifft, die sich vor lauter Stolz auf ihre Kinder fast nicht mehr einkriegt. Es gäbe genügend Grund dazu. Und natürlich freut sie sich und ist auch ein bisschen stolz, aber Traudl Well wäre die letzte, die sich das heraushängen ließe. Das wäre ganz und gar nicht ihre Art. Und außerdem sind die Wellküren und die Biermösls ja auch bloß sechs von ihren Kindern.

Insgesamt hat sie 15 auf die Welt gebracht; da gibt es dann immer genug Sorgen und Ängste, aber auch viel Freude, sagt sie, und überhaupt sei sie zufrieden: Ich derf ned jammern, weil ja koans dabei ist bei den 15, des danebengeraten ist.

Warum das so ist, lässt sich am besten ermessen, wenn man hinausfährt nach Günzlhofen, einem kleinen Ort nordwestlich von Fürstenfeldbruck, ungefähr auf halber Strecke zwischen München und Augsburg gelegen. Dort steht das kleine Haus, das der damalige Dorfschullehrer Hermann Well in den sechziger Jahren für seine umfangreiche Familie gebaut hat, und in dem Traudl Well heute noch wohnt.

Es ist recht unscheinbar, die Well-Mutter spricht von der Hüttn, was im Bayerischen für ein Wohnhaus eine eher abwertende Bezeichnung ist, und hat dann auch einen milden Tadel für ihren 1996 verstorbenen Mann parat: Er war ein ausgezeichneter Lehrer und ein guter Musiker und alles, aber vom Hausbauen hat er ned vui verstanden.Innen hat sie noch was retten können, sagt sie, aber außen! Drinnen aber ist es gemütlich mit Eckbank und Herrgottswinkel, Kachelofen und Bauernschränken und einem kleinen Diwan.

Und dann sind ja auch noch Kinder in der Nähe. Einer der Söhne, Werner heißt er, hat an das kleine Haus der Eltern angebaut, die Vroni von den Wellküren hat später auch noch auf dem Grundstück gebaut, das damals, als der Vater es kaufte, noch sehr billig hergegangen sei.

Sie haben es nicht einfach gehabt, erzählt Traudl Well, die 15 Kinder durchzubringen. Da hat ein jedes mithelfen müssen. Ein Dorfschullehrer habe damals nicht viel verdient, 340 Mark waren das in den Fünfzigern, und da hatten sie schon sechs Kinder. Da hab ich bei jedem Laib Brot überlegt, ob ich den kaufen kann.

Es war jedenfalls immer was geboten, sagt sie, und man fragt sich unwillkürlich, wie das ist, wenn 15 Kinder nicht nur lebhaft sind, sondern obendrein alle auch noch ein Instrument spielen? Aber das ist eine Frage, die sich Traudl Well noch nie gestellt hat. Wir haben alle immer eine Freude gehabt an der Musik, und die Musik hat die Familie immer zusammengehalten.

Von Anfang an, bis heute. Nach wie vor trifft sich die Familie zur Stubnmusi, spielt für Bekannte und allerlei Vereine, und seit 40 Jahren bestreitet man das Passionssingen in der Wallfahrtskirche Herrgottsruh, da ist die Kirche immer brechend voll. Das freut einen dann schon, sagt Traudl Well, und dann funkeln ihre Augen gleich ein bisschen mehr als sonst.

Bei der Musik kommt die Familie eben immer wieder zusammen, an Geburtstagen und am Heiligen Abend natürlich; da spendiert der eine Sohn einen Truthahn, so groß wiara Sau, und dann wird Stubnmusi gespielt und gesungen die alten Lieder, die sie so gern mag.

Die neuen Sachen, die Lieder von den Buben und den Madln, da ist sie nach wie vor ein bisschen skeptisch: Anfangs war uns des gar ned recht, aber solang sdie alten Sachen ned ganz vergessen, brauch ich nix sagen. Die Kinder lassen sich eh nicht allzu viel dreinreden, da muss man geduldig sein.

Auch wenns nicht einfach war damals, bei der Hochzeit vom Stofferl , als die Madln ankündigten, jetzt auch Musikkabarett machen zu wollen, unter dem Namen Wellküren. Dagegen war sie eigentlich, sagt Traudl Well. Aber das ist lang vorbei, und heute spielt sie manchmal bei den Wellküren-Auftritten am Schluss noch ein Stückl mit, auf der Zither.

Kann also gut sein, dass sie jetzt im März, wenn die drei Well-Schwestern sie mitnehmen zu Auftritten in Dresden und Berlin, auch wieder eine Einlage gibt. So etwas, das merkt man schon, macht ihr Spaß: beschäftigt sein. Ich mag auch ned hier rumsitzen, sagt sie, und nix mehr tun.

Auch deshalb gibt sie noch Kurse in der Volkshochschule und fährt auf dem Mofa dorthin. Zu tun ist immer was, und schließlich gibt es inzwischen ja auch 35 Enkel und acht Urenkel, da ist man als Oma schon gefordert.

Ein runder Geburtstag wie ihr heuer anstehender 85. stellt einen da schon vor gewisse logistische Probleme, kommt sie ins Sinnieren: Man braucht ja einen ganzen Saal, bloß für die engere Familie. Aber wenigstens muss sie sich keine Gedanken über die musikalische Umrahmung machen.

Biermösl Blosn